Welcher Wein passt zur Martinsgans?

Gedeckter Tisch mit gebratener Gans, Rotkohl, Klößen und Gläsern mit Rot- und Weißwein

Am 11. November ist Martinstag, und in vielen Familien gehört dazu ein festliches Essen mit Gans, Rotkohl und Klößen. Spätestens beim Decken des Tisches stellt sich die Frage, welcher Wein zu diesem kräftigen Gericht passt. Die gute Nachricht: Es gibt nicht die eine richtige Antwort, aber einige Grundregeln, mit denen die Auswahl leichtfällt. Wir zeigen, worauf es ankommt und welche Rebsorten sich bewährt haben.

Was die Martinsgans vom Wein verlangt

Gänsebraten ist reichhaltig. Das Fleisch ist kräftig im Geschmack, die Haut knusprig und fettig, die Soße oft dunkel und würzig. Dazu kommen Beilagen mit eigener Note: Rotkohl bringt Süße und Säure mit, Klöße sind mild, Maronen oder Äpfel in der Füllung sorgen für eine leicht süßliche Seite. Ein passender Wein muss mit all dem mithalten, ohne das Essen zu überdecken.

Zwei Eigenschaften sind dabei besonders hilfreich. Eine frische Säure schneidet durch das Fett und macht jeden Bissen wieder leichter. Und eine gute Fruchtigkeit verbindet sich mit dem süßlichen Rotkohl und der Füllung. Sehr gerbstoffreiche, schwere Rotweine können dagegen neben dem süßsauren Rotkohl hart und bitter wirken.

Rotwein: fruchtig statt wuchtig

Ein Klassiker zur Gans ist der Spätburgunder. Er hat in der Regel moderate Gerbstoffe, eine schöne Säure und Aromen von roten Beeren und Kirschen. Damit passt er zum Fleisch ebenso wie zum Rotkohl. Wer es etwas kräftiger mag, kann zu einem Spätburgunder greifen, der im Holzfass gereift ist.

Auch Lemberger, international als Blaufränkisch bekannt, ist eine gute Wahl. Er bringt dunkle Beerenfrucht, eine lebendige Säure und eine würzige Note mit, die gut zu Beifuß und dunkler Soße passt. Dornfelder eignet sich ebenfalls, solange er eher fruchtig und nicht zu schwer ausgebaut ist.

Weißwein: durchaus eine Option

Wer keinen Rotwein mag, muss nicht verzichten. Ein kräftiger, trockener Riesling mit reifer Frucht hat genug Säure, um mit dem Fett der Gans umzugehen. Ein Riesling mit etwas Restsüße kann besonders gut zu einer Füllung mit Äpfeln oder Maronen passen. Auch ein gehaltvoller Grauburgunder ist eine Überlegung wert, weil er Fülle mitbringt und trotzdem frisch bleibt.

Praktische Tipps für den Festtisch

  • Rotwein nicht zu warm servieren: Leicht gekühlt wirkt er frischer und passt besser zum fetten Braten.
  • Weißwein früh genug kühlen, aber nicht eiskalt einschenken, damit sich die Aromen entfalten.
  • Zwei Weine anbieten: Ein Rotwein und ein Weißwein auf dem Tisch nehmen Rücksicht auf unterschiedliche Vorlieben.
  • Mit dem Kochwein abstimmen: Wird die Soße mit Wein abgelöscht, passt oft ein ähnlicher Wein ins Glas.
  • Wasser nicht vergessen: Zu einem schweren Essen tut ein Glas Wasser zwischendurch gut.

Ein Auftakt für die festliche Zeit

Der Martinstag eröffnet für viele die Reihe der festlichen Essen, die bis Weihnachten und Silvester reicht. Wer jetzt ausprobiert, welcher Wein zur Gans am besten schmeckt, hat für die Feiertage schon einen Favoriten. Am Ende entscheidet ohnehin der eigene Geschmack. Die genannten Rebsorten sind ein guter Ausgangspunkt, um gemeinsam am Tisch zu probieren und zu vergleichen.